Presse über
Alanya
Die Türkei
boomt
Wir holen ein bisschen Urlaub in den Alltag.
Dass die Türkei zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehört,
ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt dürfte allerdings sein, dass
sich auch immer mehr Deutsche in der Türkei niederlassen, um dort ihr
Glück zu machen. Diese "Gastarbeiter" im spiegelverkehrten Sinne kommen
aus allen Berufschichten. Einige zehntausend Deutsche sind es schon in
der Türkei und wahrscheinlich spielt dabei auch die EU-Perspektive eine
Rolle. Bevorzugte Wohn- und Arbeitsregion ist natürlich die türkische
Riviera. Wenn schon, denn schon. Andreas F. lebt jetzt schon seit 14
Monaten mit seiner Familie in Alanya. Der selbstständige Bauingenieur
bekam in seiner Heimatstadt Chemnitz keine Aufträge mehr. Da er als
Selbstständiger kein Arbeitslosengeld zu erwarten hatte und auch
irgendwann die Ersparnisse aufgebraucht waren, musste eine Lösung
gefunden werden. Eigentlich wollte der 46jährige nach Brasilien
auswandern, doch dann stieß der Chemnitzer auf die Türkei. Obwohl die
Türkei nicht zur EU gehört, hielt sich der bürokratische Aufwand in
Grenzen. Jetzt arbeitet der Chemnitzer in einem deutsch-türkischen
Unternehmen. Der Clou: Ganze 170 Euro Steuern zahlt der Bauingenieur pro
Jahr an den türkischen Staat. Das ist arbeiten im unbekannten
Steuerparadies, lacht er und das leben ist auch nicht teuer. Gerade mal
210 Euro Monatsmiete für eine moderne 100 Quadratmeter-Wohnung, Wo
gibt's denn so was? Andreas F., Gastarbeiter in der Türkei: "Es gibt
sehr viele große Firmen, die in der Türkei sehr erfolgreich tätig sind.
Dazu gehört z.B. MAN, Siemens, die Metro-Gruppe ist aktiv." Während der
13 Jährige Sohn Kevin nebenan Playstation spielt, informiert sich das
Ehepaar via Sateliten-TV. Der Kontakt zur Heimat bleibt bestehen,
tägliche Telefonate mit den Verwandten und Freunden machen das Leben an
der türkischen Riviera leichter: Anette Feige: "Man fängt ja eigentlich
noch mal von vorne an. Wir fanden das Land sehr schön, die Leute sind
sehr nett und hilfsbereit. Wir waren ganz angenehm berührt und haben
gesagt: OK, wir versuchen das einfach und haben das erstmal für ein Jahr
gemacht. Und dadurch, dass es in der Schule auch klappt mit dem Sohn,
haben wir jetzt für drei Jahre verlängert und haben gesagt, das machen
wir. Manche Leute haben gesagt, ihr müsst ja völlig verrückt sein. Aber
heute sagen viele, ihr habt's bestimmt gut gemacht. Wenn Ihr damit leben
könnt. Jeder muss seinen Weg im Leben finden und wir haben eben unseren
hier jetzt gefunden." Mensch, ärgere Dich nicht! Dieses Brettspiel ist
irgendwie zum Leitsatz der Familie geworden. Flexibel bleiben. Wenn Du
rausgeworfen wirst aus der Bahn, geht's irgendwie weiter. Gastarbeiter
in der Türkei, warum nicht? Für den 13jährigen Sohn Kevin war das nur
schwer zu vermitteln: "Es war am Anfang, die ersten fünf Monate schon
ziemlich komisch, hat man halt die Freunde sehr arg vermisst und auch
die Schule in Deutschland. Das hätte ich nie gedacht, das ich mal die
Schule vermiss! Es war halt schon extrem krass!" Dass der Kulturschock
nicht allzu groß wird, zumindest kulinarisch - darum bemüht sich die
deutsche Wirtin Cornelia aus dem Ruhrgebiet. Seit elf Jahren betreibt
die 45Jährige eine deutsche Kneipe in Alanya. Mit den deutschen
Dauergästen geht die Rechnung langsam auf: "Von Sauerkraut über
Bratwurst, Eisbein und Haxe und alles, was es in Deutschland auch gibt.
Schinkenplatte! Wird das angenommen? Sehr gut sogar, wir verkaufen 90
Prozent nur deutsche Küche hier!" Auch wenn Eisbein nicht auf dem
Speiseplan des gläubigen Muslimen Hasan Sipahioglu steht, freut sich der
Bürgermeister von Alanya doch über jede Maßnahme, die den Deutschen in
Alanya das Leben so angenehm wie möglich macht. Was in weiten Teilen der
Türkei unmöglich ist, soll hier Realität werden: Hasan Sipahioglu,
Bürgermeister: "Wir haben ein sehr schönes Gelände auf dem Berg, auf dem
schon einmal eine christliche Kirche stand. Wenn sich eine Kirche aus
Deutschland meldet, kann sie hier eine Kirche errichten und eine
christliche Gemeinde entstehen lassen, damit die Deutschen ihren Glauben
leben können." Noch ist es nicht soweit. Aber vereint im Tod sind die
Muslimen und Christen schon auf dem Friedhof von Alanya. Neben denn
muslimischen Gräberfeld hat die Stadt einem christlichen Friedhof
angelegt. "Nun bist Du frei für immer in Alanya" steht auf den Steinen.
Die Gräber sind kostenlos, genügend Platz für weitere christliche
Bestattungen ist vorgesehen. Die Türkei boomt. Das sagt auch immer
wieder Rene Herboth, wenn er neue Kunden in seiner Immobilienfirma
begrüßt. Den Friedhof verschweigt er allerdings in seinen
Verkaufsgesprächen. Wer stirbt schon gerne unter Palmen?
Filmautor: Übernahme MDR
Die Küste lebt
Die Immobilienmärkte der Türkei boomen. An den
Topstandorten steigen die Preise und die Anforderungen an die Qualität.
Abdullah Bey aus Alanya hat Großes vor. „Wir wollen kein Make-up,
sondern echte Infrastruktur“, sagt er und erzählt von einer ganzen
Palette von Maßnahmen im Straßenbau, bei der Kanalisation, in der
Stromversorgung – und nicht zuletzt in der Gewerbeaufsicht: Seit dem 1.
Januar dieses Jahres darf niemand mehr seine Waren auf der Straße
ausbreiten. Wer handeln will, der muss auch einen Laden haben. Man mag
darüber streiten, ob Letzteres nicht über das Ziel hinausschießt, ist
doch der bunte Straßenhandel ein Stück des orientalischen Flairs, das
man als Tourist von der Türkei erwartet und auch an ihr liebt. Doch in
Alanya, wo Abdullah Karaoglu Stadtrat und Vorsitzender des „Komitees für
Tourismus“ ist, will man eben sicher gehen, dass das, was die Fremden am
Straßenhandel nicht lieben – das Bedrängt werden durch die Händler
nämlich – endlich verschwindet, weil es darüber immer wieder Beschwerden
gab. Und deshalb entschloss man sich nicht nur zu diesem Schritt,
sondern sogar zur Gründung eines 18-köpfigen „Ausländerbeirats“ aus
Deutschen, Holländern, Dänen und Engländern. Zweimal pro Woche hält
dieser Beirat nun in einem eigens dafür eröffneten Büro Sprechstunden
ab. Und kümmert sich dabei um die Belange von Touristen ebenso wie um
die der mittlerweile fast 10.000 ausländischen Immobilienbesitzer. Keine
Frage also: Alanya mit seinen gut 80.000 Einwohnern stellt sich auf das
Geschäft mit dem Tapu – das türkische Wort für die Grundbuchurkunde –
voll und ganz ein. Und wo vor vier, fünf Jahren noch mangelhafte
Bauqualität, meist bei Bestandsobjekten, oft Ärger verursachte, wo
zwischendurch auch spektakuläre Firmenpleiten für Schlagzeilen sorgten,
dort deutet nun vieles darauf hin, dass man es mit dem Bekenntnis zur
Qualität auch wirklich ernst meint. In bautechnischer ebenso wie in
rechtlicher Hinsicht: Wer in Alanya als Makler tätig sein will, benötigt
seit dem vergangenen Jahr eine nur durch einen zehntägigen Kursus zu
erwerbende Lizenz und ein Verkaufsbüro von mindestens 60 Quadratmetern
Fläche. Auch wenn die Handy-Maklerei damit noch nicht von der Bildfläche
verschwunden ist, so lässt sich zumindest sagen: Wer sich heute noch vom
Kellner, Taxifahrer, Restaurantbesitzer, so genannten Freunden oder
Teppichhändler ein Immobiliengeschäft aufschwatzen lässt, ist selbst
Schuld, wenn er Ärger bekommt. Im selben Zusammenhang gilt jedoch auch:
Die Zeit der Schnäppchen neigt sich an den Topstandorten der Türkei dem
Ende zu. Alle hier vorgestellten Orte haben im letzten Jahr
Preissteigerungen von 15 bis 20, teilweise sogar von bis zu 50 Prozent
erlebt. Zwar liegen die Endpreise der Häuser dank der niedrigen
Lohnkosten der Türkei noch immer deutlich unter dem Niveau der
Feriengebiete Spaniens, Frankreichs oder Italiens – als Faustregel darf
man sagen, dass ein Objekt in vergleichbarer Lage und Qualität in der
Türkei (noch) etwa halb so viel kostet wie an der Costa Blanca und circa
ein Drittel dessen, was man an der Côte d’Azur oder auf Mallorca dafür
berappen müsste. Ebendies aber hat sich mittlerweile weit
herumgesprochen: Nach Deutschen und Niederländern „fallen zurzeit“, so
Makler in Alanya vor allem Dänen, Norweger, Iren wie die Heuschrecken
ein.“ Graben sie damit den Deutschen, die, wie es ein Bauunternehmer
formuliert, „zurzeit schlafen“, das Wasser ab? Ein wenig wundern
jedenfalls darf man sich schon über die derzeitige Kaufunlust der
Deutschen: Vielerorts in der Türkei waren sie es, die den
Immobilienmarkt überhaupt erst starteten. Dass ihr Interesse jetzt
erlahmt, durch die schlechte Stimmung in Deutschland bedingt, können die
Anbieter nicht wirklich verstehen. Gerade jetzt könne man nur gewinnen,
wenn man in Immobilien westlicher Bauqualität investiert, wie es sie vor
vier oder fünf Jahren in der Türkei noch gar nicht gab. Oder noch
besser: in gute Baugrundstücke – sofern es sie noch gibt. Denn die
Flächennutzungspläne der Gemeinden, die von Spanien und anderen Ländern
gelernt haben, was eine intakte Umwelt wert ist, sind streng: In Alanya
beträgt die behördlich erlaubte Bebauungsdichte in den attraktiven
Wohnlagen am Hang (mit Meerblick oder Sicht auf die vorgelagerte Burg)
20 oder gar nur zehn Prozent für maximal zweigeschossige Häuser. Dass
für solche Grundstücke angesichts der derzeitigen Nachfrage die Preise
steigen, wenn nicht explodieren müssen, ist klar: Voll erschlossen ist
zum Beispiel in Alanya ein Quadratmeter in guter Lage kaum noch für
weniger als 120 Euro zu bekommen – das ist doppelt so viel wie nur ein
Jahr zuvor! Und mancher klagt, dass sie jeden Preis zahlen und damit den
Markt in ungesunde Goldgräberlaune versetzen – wie auch jene russischen
Käufer, die sich außer in Antalya, der größten Stadt an der Südküste,
vor allem in Kemer und Belek wohl zu fühlen scheinen. Doch um
Vorurteilen einmal entgegenzuwirken: Wohlhabende russische Familien zu
Nachbarn zu haben, ist nicht grundsätzlich anders, als neben Holländern,
Briten – oder Deutschen – zu wohnen. Die Käuferkreise sind also bunter
geworden, die türkischen Topstandorte internationaler – und die
Ansprüche höher. Auch deshalb dürfte die Region in eine sichere Zukunft
blicken können. Es wird sich herumsprechen, in nur 3 Flug-Stunden ist
man am Flughafen Antalya, der ganzjährig auch von Linienmaschinen aus
Deutschland angeflogen wird So bunt wie diese Nationalitäten ist
mittlerweile die Palette der Angebote längs der Küste. Aus Naturstein
gemauert, entstehen zum Beispiel am Berg oberhalb Alanyas derzeit
Häuser, die auf Mallorca gewiss Millionen wert wären – hier kosten sie
weniger als 300.000 Euro. Als Erster ließ hier ein deutscher
Geschäftsmann auf einem Hügel, von dem aus man über Stadt und Bucht
hinweg bis zum Hafen blickt, ein Traumhaus mit 300 Quadratmetern
Wohnfläche errichten, das ein echtes Referenzobjekt ist . Der Preis, für
den der Bauträger es nachbauen kann, liegt bei 400.000 Euro – eine für
die Türkei (noch) seltene Dimension. Was übrigens – und damit eine
wichtige Nachricht zum Schluss – in türkischer Währung nur 702.000 Lira
ausmacht und nicht, wie noch im letzten Jahr, 702 Milliarden. Sechs
Nullen hat man gestrichen, um die „Neue Türkische Lira“ (YTL)
einzuführen. Auch daran wird man sich also gewöhnen dürfen: Milliardär
ist man in der Türkei nicht mehr so leicht.
Quelle: Dr J. Bohmann für die Bellevue( Europas
grösster Immobilien Zeitung )
"Hier bin ich wieder wer"
Immer mehr deutsche Rentner verlegen ihren
Alterssitz statt nach Mallorca in die Türkei. Die Preise sind viel
niedriger, das Wetter ist ebenso gut - und die Einheimischen geben sich
respektvoll.Seinen türkischen Kollegen hatte er nie geglaubt, wenn sie
von ihrer Heimat schwärmten. "Türkei? Irgendwo dahinten. Schmutzig.
Islam. Hinterm Mond eben." Eine Urlaubsreise aber brachte das Weltbild
des Kraftfahrers Günter Wojciechowski aus Bad Oeynhausen ins Wanken:
"Entweder einmal und nie wieder - oder einmal und dann immer", sagt der
tief gebräunte Mann und streckt sich auf seiner Strandliege aus. Seit
Februar vorigen Jahres lebt Wojciechowski, 55, mit seiner Frau Loni in
Alanya, einer 120 000-Einwohner-Stadt an der türkischen Mittelmeerküste.
Die Hafenstadt ist mit 1,3 Millionen Buchungen pro Jahr und 110 000
Hotelbetten in der Region neben Antalya das größte Touristenzentrum der
Türkei. Und immer mehr Feriengäste entschließen sich wie Wojciechowski
zum Dauerurlaub. Den halben Tag verbringt das Ehepaar mit seiner
deutschen Clique am Strand. Abends machen die beiden es sich in ihrer
nahe gelegenen 90-Quadratmeter-Wohnung bequem, die sie vor drei Jahren
für 54 000 Mark erstanden haben. Sprachprobleme kennt das Paar nicht.
"Ich komme glatt mit meinen zehn türkischen Vokabeln durch", sagt er,
"viele Türken hier sprechen Deutsch." "Seit ich in der Türkei lebe, bin
ich wieder wer", freut sich Wojciechowski. Eine Osteoporose habe ihn in
Deutschland zum Frührentner gemacht, sagt er. Nach wenigen Wochen unter
türkischer Sonne konnte er seine Krücken wegstellen. Deutsche
Ruheständler haben die Türkei entdeckt. Das warme Klima und die
niedrigen Preise, aber auch die Angst vor der Wirtschaftsflaute in
Deutschland, vor weiterem Wertverfall der Aktien sowie Rentenkürzungen
treiben mehr und mehr Senioren an die sonnigen Strände des östlichen
Mittelmeers. Seit in den Rentner-Paradiesen auf Mallorca und an der
spanischen Küste die Preise heftig steigen und Berichte von deutschen
Sozialfällen unter spanischer Sonne die Runde machen, entwickelt sich
die türkische Riviera mit ihren rund 3000 Sonnenstunden im Jahr zur
Alternative. Zwischen 12 000 und 20 000 Deutsche - so schätzt die
deutsche Botschaft in Ankara - leben inzwischen schon ständig in der
Türkei. 5446 verfügen über ein "Ikamet", eine befristete
Aufenthaltsgenehmigung, die anderen reisen alle drei Monate aus und
wieder ein. Die Zeitung "Hürriyet" schätzte die Zahl der Deutschen
kürzlich sogar auf 70 000. Auch bescheidene deutsche Renten ermöglichen
bei den niedrigen Preisen für Immobilien, Lebensmittel, Wasser und Strom
ein angenehmes Leben. Die Neu-Türken behalten fast immer ihre deutsche
Krankenversicherung. Im Grundbuchamt von Alanya haben inzwischen mehr
als 10000 Deutsche eine Immobilie eintragen lassen.Das Geschäft läuft
auf Hochtouren. "Die Deutschen werden in Scharen kommen, wenn sich erst
einmal herumgesprochen hat, dass der Türke in der Türkei ganz anders ist
als der Türke, den der Deutsche vor seiner Haustür sieht." Schließlich
sehe man in Alanya beispielsweise weniger Kopftücher als in Frankfurt am
Main. Die Einwanderer pflegen ihre Lebensart im deutschen Club "Die
Brücke" mit Festen, Ausflügen und Skatrunden. Zudem gibt es einen
Ortsverband des "Hür Türk", des Freiheitlich Türkisch-Deutschen
Freundschaftsvereins, der - gegründet von türkischen Geschäftsleuten -
deutschen Mitgliedern bei Problemen und Behördengängen hilft. "Wir
wollen die Deutschen integrieren, damit sie sich bei uns wohl fühlen",
sagt Hasan Sipahioglu, seit vier Jahren Bürgermeister in Alanya. Der
studierte Anwalt und Eigentümer eines Hotels tut alles, damit es den
Rentnern aus dem Norden in seiner Stadt gefällt und sie ihr Geld dort
lassen. Weil die Deutschen etwa als tierlieb gelten, werden streunende
Hunde nicht mehr wie früher von der Stadt vergiftet, sondern in einem
Tierheim aufgepäppelt und wenn möglich an deutsche Senioren vermittelt.
Eine städtische Verordnung verbietet Händlern und Gastronomen, Passanten
anzusprechen, um sie in ihre Läden oder Lokale zu locken. Selbst in der
Markthalle herrscht unorientalische Zurückhaltung. In der Fleischzeile
grüßen auf einer Malerei über einem Stand zwei rosige Ferkel mit
erhobenem Daumen; Metzger Halil Dakmaz verkauft eingeschweißte Mett- und
Leberwürste aus einer Istanbuler Fabrik und Wildschweinfleisch. Der
Muslim: "Ich würde das nie essen, aber ich fasse es an. Für meine Kunden
tue ich alles." In vielen Supermärkten wird "alman ekmek" (Schwarzbrot)
angeboten. In "Willis Kneipe" in der Damlatas-Straße direkt am Meer gibt
es Mettwurst und Sauerkraut, Leipziger Allerlei und Zwetschgenkuchen.
Den Dauergästen bietet die deutsche Wirtin Weihnachts- und
Silvesteressen, Katerfrühstück, Karnevalsfeiern, Tanz in den Mai und
Preisskat an. "Der Einfluss der Deutschen in Alanya ist viel größer als
ihre Zahl", sagt der Journalist Ahmet Algül: "Die Straßen und Parks
werden immer gepflegter, man hält seine Verabredungen ein, die Türken
fangen an, Filterkaffee zu trinken, und trauen sich ja kaum noch, einen
Hund zu verjagen." Algül, 42, kennt seine Deutschen. 32 Jahre in
Deutschland haben ihn zum "Almanci", zum Deutsch-Türken, gemacht. Als
Chefredakteur des deutschsprachigen "Alanya Boten" wirbt er nun
unermüdlich für die deutsch-türkische Freundschaft. Das Blatt, das alle
zwei Wochen mit einer Auflage von 20 000 Stück erscheint, druckt lokale
Nachrichten, Party-Geplauder, türkische Redewendungen, Kochrezepte,
Gesundheitstipps und Kontaktanzeigen. Und gerade hat Algül auch den
"Kummerkasten" wieder eingeführt. "Denn das Leben in der Sonne hat
natürlich auch Schattenseiten", sagt Mitarbeiter Manfred Rother, 48, der
sich selbst als "klassischen Aussteiger" bezeichnet: "Deutschland war
mir einfach zu hektisch." Jetzt übt er sich in Zeitungskolumnen etwa
über die Vereinsamung deutscher Dauerurlauber vor dem Fernseher oder dem
Computer. "Ich gehöre nicht zu den Deutschen, die klatschen und
tratschen, ständig klagen und sich die Hucke voll laufen lassen", sagt
die ehemalige Chefsekretärin Monika Matthews, 62. Vor einem Jahr dachte
die weltgewandte Frau, die vier Jahre in Afrika als Entwicklungshelferin
gearbeitet hat, ernsthaft daran, ihr gemietetes Haus in Ciftlik bei
Fethiye aufzugeben. Damals war ihr Mann an Krebs gestorben. Im Kühlhaus
eines Beerdigungsinstituts in Antalya wurden dem Toten persönliche Dinge
wie die Armbanduhr gestohlen. "Ich haderte mit der gesamten Türkei",
erzählt Matthews. Aber dann ist sie doch zurückgekehrt in ihr Haus am
Meer, das sie sich in Deutschland niemals leisten könnte. Nur wenn sie
das Grab ihres Mannes besuchen will, muss sie nach Berlin fliegen. Doch
immer mehr Pensionäre wollen auch in der neuen Heimat beerdigt werden;
neben dem muslimischen Gräberfeld hat die Stadt deshalb einen
christlichen Friedhof angelegt. "In Liebe zu Alanya" oder "Nun bist Du
frei für immer in Alanya" steht auf den Steinen, die Gräber sind
kostenlos. 50 Christen wurden hier in den vergangenen Jahren bereits
beerdigt, im Frühjahr sprach bei der Bestattung eines Deutschen auf
Wunsch der Familie sogar der Mufti Muhammed Gevher ein islamisches
Totengebet. Der Gottesmann residiert in einem dunkel getäfelten Büro
neben der neu erbauten Moschee. "Die Toleranz in der Türkei ist groß",
beteuert er, ,,warum sollte ich nicht am Grabe eines Christen beten? Die
Deutschen sind hier wie in Deutschland unsere Nachbarn, und vor Gott
sind alle Menschen gleich." Erst vor wenigen Tagen habe er einen
deutschen Pfarrer empfangen, der hier bald mit seiner Arbeit beginnen
werde. Wegen der wachsenden Zahl von Christen plant sowohl die
evangelische als auch die katholische Kirche inzwischen, Seelsorger an
die türkische Riviera zu schicken. Im Auftrag der evangelischen Kirche
hat der pensionierte Pfarrer Volkmar Metzner, 62, aus Hanau zwei Monate
lang die Toleranz der Türken getestet. Er sprach mit Touristen und
Dauergästen, kümmerte sich um deutsche Frauen, die mit Türken
verheiratet sind, und eröffnete "eine Art Kirchen-Café" tagsüber in
einer Disco am Strand. "Es ist ein Bedarf da", sagt er, an der Küste
könne bald schon "eine deutsche Gemeinde entstehen". Deshalb hat er beim
türkischen Generalkonsulat in Frankfurt eine Arbeitsgenehmigung
beantragt. Sogar eine örtliche Kirche könnte es demnächst geben -
Bürgermeister Sipahioglu hat kürzlich schon eine passende Immobilie
ausgemacht. Sie thront auf dem Berg über der Stadt: In der alten
Festungsanlage wird ab November eine byzantinische Kapelle aus dem
elften Jahrhundert restauriert.
ALMUT HIELSCHER ( Stern Okt.2003 )
Nachfragen nach Ferien-Immobilien in der Türkei
steigt.Der Trend zur Ferien- und Freizeitimmobilie im Ausland nimmt
stetig zu. Träume verwirklichen, hohe Lebensqualität in gesundem Klima
genießen, der Wunsch nach niveauvoller Freizeitgestaltung – alles dies
sind für immer mehr Deutsche gute Gründe, in eine Auslandsimmobilie zu
investieren. Vor allem Spaniens Küsten und Inseln gelten dafür seit
Jahren als bevorzugte Region. Neuerdings beobachten Experten indes eine
spürbar zunehmende Nachfrage nach Villen und Ferienhäusern in der
Türkei. Insbesondere die malerische Mittelmeerregion der Türkischen
Riviera wurde schon vor Jahren von einigen Pionieren als
Freizeitwohnsitz entdeckt und erfreut sich heute wachender Beliebtheit.
So hat beispielsweise das 130 000 Einwohner zählende Alanya, rund 120
Kilometer süd-östlich von Antalya gelegen, bereits über 6 200 auf
deutsche Eigentümer lautende Grundbucheinträge zu verzeichnen – mit
steigender Tendenz. Insgesamt haben hier inzwischen mehr als 15 000
Deutsche einen Wohnsitz angemeldet.Dieser Trend wird nicht zuletzt durch
absehbar hohe Immobilienrenditen genährt. Derzeit rechnen Experten dort
mit einer jährlichen Wertsteigerung von etwa 15 Prozent. Aber Alanya
empfiehlt sich auch aus anderen Gründen. Der Ort legt ein gesundes
Wirtschaftswachstum an den Tag und liegt an einer traumhaft schönen
Bucht – mit 25,6 Kilometer länger als die Copacabana.Die Preise sind
nach Auskunft der Deutschen Schutzvereinigung für Auslandsimmobilien
vergleichsweise günstig. So stehen an der türkischen Riviera
beispielsweise 120 m² große Villen und Wohnungen für 40 000 bis 100 000
EURO zum Verkauf. In sehr guten Lagen muß mit entsprechenden Aufschlägen
gerechnet werden. Für die Türkei sprächen außerdem die EU-
Anwärterschaft sowie wieder steigende Urlauberzahlen.
Quelle: F.Allgemeine
Warum gerade Türkei Peter?
Das werde ich in der Tat oft gefragt? Es gibt
doch so viele Länder wo man sich – und gerade jetzt – wohl und sicher
fühlen kann? Klar, sage ich, aber ich fühle mich in dem Land, das auch
so viel Schönes und Vielfältiges zu bieten hat und mir seine
Gastfreundschaft entgegenbringt, sehr wohl. Natürlich erlebe ich als
„Gast“ die Sonntage, aber das Land hat genau wie hier in Deutschland und
anderen Ländern seine Werktage. Dieses mit allen Höhen und Tiefen, aber
auch mit seinen Ängsten. Doch gerade jetzt, gerade jetzt sollte man
darauf achten, dass sich keine engstirnigen Clubs der Religionen durch
beeinflusste Meinungsbildung herauskristallisieren. Wo sind denn die
Millionen von Touristen die ihren Urlaub in den vergangenen Jahren in
der Türkei verbrachten. Haben sie sich nicht auch WOHL und SICHER
gefühlt? Und warum haben zigtausende Deutsche, aber nicht nur Deutsche,
eine Wohnung in der Türkei? Viele haben sogar ein neues Zuhause in der
Türkei gefunden? So ist es auch in umgekehrter Hinsicht. Türken haben
sich hier in Deutschland eine neue Heimat gefunden… mit allen Rechten
und Pflichten. Ich, Peter Sebastian, habe seit fasst zwei Jahren eine
Wohnung in Alanya und bin der erste Schlagersänger, der sich zugetraut
hat, mit türkischen Instrumentierungen und guten Texten CDs auf den
Markt zu bringen. „Mich Interessiert…“ war die erste CD und die zweite
mit dem Namen „Konsequent“, erscheint im Mai. Auf diesem Album singe ich
sogar mit dem in Köln lebenden türkischen Sänger, Jenque Basoglu, zwei
Lieder: „Arkadas“ und „Üsküdar“. Die Arrangements hat Christoph
Leis-Bendorff gezaubert der noch niemals in der Türkei war. Jetzt werden
einige sagen; „Aha… voreingenommen und dadurch „Pro-Türkisch“
eingestellt?!“ Nö, Nö, Nö… blauäugig bin ich nicht. Dass es Menschen
gibt, die einem Land Schaden zufügen, da schließe ich alle ein – ob
Migrant, Gast oder Bürger dieses Landes. Die gibt es doch überall und
unverständlicherweise, reichlich. Aber der Großteil der jeweiligen
Bevölkerung hat es aus demokratischer Sicht nicht verdient, in die
Schublade „Bloss- Nicht- Ernsthaft- Mal- Darüber- Nachdenken“, abgelegt zu
werden. Wenn man ernsthaft über Kulturen der Völkergemeinschaft
nachdenkt, sollte das nicht am „Biertisch“ der kulturellen Arroganz
geschehen! Ich bin auch nicht der Messias, der politische Denkmuster
hier angehen möchte, ich versuche mit MEINEN Mitteln und mit MEINER Art,
Wissenslücken zu schließen. Denn wenn mir eine politische Handlung nicht
gefällt, dann äußere ich mich, aber mit meinen mir zustehenden und
demokratischen Mitteln. Dieses bedeutet… sich zu informieren und vor dem
Sprechen, Gehirn einschalten. Hersey Tamam sagt Peter Sebastian.
Quelle:Alanya Zeitung
Türkei: Tipps zum Immobilienkauf
Wer die Regeln kennt und seine Vorurteile
vergisst, findet in Alanya hochwertige Immobilien zu verlockenden
Preisen Türkeireisen sind derzeit günstig wie nie. Wer das Land noch
nicht kennt, könnte die Gelegenheit nutzen, seine (Vor-) Urteile über
die Bosporus-Nation nun an der Realität zu überprüfen. Und wer sich
dabei, wie Tausende Deutscher, Engländer, Holländer und Skandinavier vor
ihm, in Land und Leute so weit verliebt, dass er den Gedanken nicht mehr
verwirft, sich hier ein Haus zu kaufen, wird erleben: Der Tisch ist
reich gedeckt. Das Angebot an Ferienimmobilien und Altersresidenzen in
der Türkei ist vielfältig und von guter bis sehr guter Qualität – bei
bestechenden Preisen. Und der Erwerb birgt, sofern man sich an die
Spielregeln hält, nicht mehr Risiken als anderswo: Vor Basarmentalität
braucht man sich bei den seriösen Anbietern nicht zu fürchten.Eine frei
stehende Villa mit drei Schlafzimmern und zwei Badezimmern (120 m2
Wohnfläche, 600 m2 Grundstück sowie 62 m2 Terrassen und Balkone) gibt es
ab 100.000 Euro. Keine Kunst in einem Land, in dem ein Maurer keine 500
Euro im Monat verdient? „Wir werden immer wieder nach dem
20.000-Euro-Haus gefragt. Das gibt es, aber in schlechter Lage und
ruinösem Zustand. Und so klein, dass auch ein Türke nicht darin wohnen
will.“ Für uns liegt die Untergrenze bei 50.000 Euro: „Das sind aber
Altbauten, die aufwendig umgebaut werden müssen. Ein ordentlicher Neubau
ist unter 100.000 Euro kaum möglich, wenn Lage und Bauqualität stimmen
sollen.“ Dass beides bei seinen Anlagen zutrifft, belegt auch die
auffällig hohe Zahl an Spanien-Flüchtlingen unter seinen Kunden. Sie
verkauften ihr Haus an Costa Blanca oder Costa Brava und erwarben für
die Hälfte dessen, was sie in Spanien ausgegeben hätten, in der Türkei
ein neues. Und ein einstimmiges Lob der großen Gastfreundschaft der
Türken, der geringen Kriminalitätsrate und der niedrigen
Lebenshaltungskosten: „Der Gärtner arbeitet hier für 15 Euro am Tag, und
alle Möbel, die Sie hier sehen, hat unser türkischer Schreiner nach
unseren Wünschen perfekt hergestellt, zu Spottpreisen“, strahlt ein
Hamburger Kaufmann, der mit seiner Familie in einer Traumvilla mit Pool
und tropischem Gartenden Sommer verbringt. „Unsere Kunden suchen vor
allem Ruhe. Einige von ihnen sind ganz ausgewandert, die anderen
Vorruheständler. Die brauchen kein Halligalli.“ Die wichtigsten Tipps
zum HauskaufWichtigstes Dokument ist der Eintrag ins Grundbuch der
Gemeinde, das Tapu. Deshalb nie kaufen, wenn nicht durch ein lupenreines
Tapu (Vorsicht vor Fälschungen!) nachgewiesen ist, dass der Verkäufer
alle Eigentumsrechte besitzt. Alle Papiere in türkischer Sprache müssen
von vereidigten Dolmetschern übersetzt und beglaubigt werden. Der
Tapu-Eintrag erfolgt im Grundbuchamt in Anwesenheit des Beamten und des
vereidigten Dolmetschers. Nur was hier unterschrieben wird, ist gültig.
Vorsicht vor vorschnellen Anzahlungen! Seriöse Firmen drängen weder zur
Eile beim Kaufentschluss noch zu Anzahlungen, die nicht durch sichtbare
Gegenleistungen legitimiert sind. Üblich sind Staffelverträge, die
Abschläge bei Vertragsabschluss (10 - 20 Prozent!), Tapu-Erteilung,
Rohbauabschluss und Schlüsselübergabe vorsehen.
Quelle: Dr J. Bohmann für die Bellevue( Europas
grösster Immobilien Zeitung )
immobilien,in,alanya,immobilie,gazipasa,wohnung,villa,grundstück,apartment,wohnen,wohnungen,in,
eigentumserwerb,erwerb,der,türkei,auslandsimmobilien,immobiilienkauf,ferienimmobilien,ferienwohnung,makler,
eigentum,wohnungen,luxus
villa,bungalows,architekt,architektur,side,mahmutlar,oba,riviera,meerblick,golf
belek, golf
platzbelektürkei,bauträger,beratung,haus,aussiedeln,auswandern,baufirma,demirtas,ferien,urlaub,kaufen,mieten,
suchen,immo,fewo