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Türkische Riviera

 ist ein populärer Name für die türkische Südküste zwischen Antalya im Westen und dem Kap Anamur im Osten. Neben Antalya ist Alanya eine wichtige Stadt in diesem etwa 120 Kilometer breiten Küstenabschnitt. Die türkische Riviera gehört neben der südlichen Ägäisküste zu den touristischen Zentren des Landes. Sie zeichnet sich durch ein ausgesprochen mildes Klima aus, gelegentlich kann dort im Dezember noch gebadet werden. Die Einheimischen fliehen vor der Sommerhitze gerne ins nahe gelegene Taurus-Gebirge.

Alanya ist ein Bezirksstadt von Antalya und befindet sich 135 km östlich von Antalya. Im Osten liegt der Bezirksort Gazipasa und im Westen Manavgat/Side. "Perle der Türkischen Riviera" wird Alanya genannt und wurde weltberühmt durch die kilometerlangen, feinsandigen und sauberen Strände, dem kristallklaren Meerwasser und das milde Mittelmeerklima. Die geschichtsträchtige Vergangenheit, die vielen Natursehenswürdigkeiten und die multikulturelle Lebensart machen Alanya zu einem besonderen Erlebnis. Durch die vielen Land- und Wassersportarten, dem bunten Bazartreiben und dem fröhlichen Nachtleben wurde Alanya bei den einheimischen und europäischen Urlaubern zum beliebtesten Ferienort an der Türkischen Riviera.
Manche sprechen auch vom "Ballermann der                                                                   türkischen Riviera", und wenn man die Discos und                                                                   Kneipen entlang des Hafens betrachtet, kann dieser                                                                 Anschein durchaus erweckt werden. Aber es ist eine                                                                 Strecke von etwa einem Kilometer, auf der sich Discos                                                                 und Bars wie der "Zapfhahn", "Bellmann", "James Dean" und                                                             andere finden. Aber schon ein paar Meter weiter, in der                                                             Hafenstrasse, die oberhalb der Diskotheken von der Stadt Richtung Hafen führt, sieht die Welt schon anders aus: Dort sind einige türkische Musikkneipen, wo sich viele junge Türken abends treffen. Alanya ist nicht nur bei Ausländern ein beliebter Urlaubsort, auch viele junge Türken verbringen hier ihre Ferien oder manchmal nur ein Wochenende.

Die ersten Ansiedlungen gehen bis in vorchristliche Zeiten zurück, welche wir unter Geschichte beschrieben haben. Vor der Entdeckung des Tourismus lebten die Einheimischen „Yörük" (Nomadenstämme) von der Landwirtschaft, der Fischerei und der Viehzucht. Den Winter verbrachten sie im milden Alanya und im Sommer zogen sie mit ihren Herden auf die Almen des Taurusgebirges. Mit der Entwicklung des Tourismus sind sie heute sesshaft geworden und nehmen durch zahlreiche Hotels und Boutiquen am Geschäftsleben teil.

Den heutigen Namen Alanya erhielt die Stadt 1933 von                                                         dem Staatsmann Kemal Atatürk. Alanya, das in der                                                     Geschichte viele Zivilisationen empfangen hat, ist sehenswert                                                 durch die antiken Festungen, Ruinen, den prächtigen Moscheen,                                              der Werft und vieles mehr.

 

 

 

 

Die Geschichte der Burg von Alanya

Die Geschichte der Stadt Alanya ist eng verflochten mit der Geschichte der Burg - lange Jahrhunderte existierte Alanya zum größten Teil nur auf dem Burgberg. Auch ihre immense strategische Bedeutung für das Römische Reich verdankt die Stadt der imposanten Festung auf dem Burgberg.

Wann genau die Burg zum ersten Mal als unbezwingbare Festung erbaut wurde, ist weitgehend unbekannt. Sicher ist jedoch, dass der Piratenkapitän Diodoros Tryphton den Burgberg im 2. Jahrhundert vor Christus zu seinem Hauptquartier machte und von dort aus lange Jahre die Mittelmeerküste bis Antalya beherrschte. Seine Macht war zeitweise so groß, dass er sich für 3 Jahre zum König der Seleukiden ausrufen ließ. Die im Burgberg befindlichen Höhlen benutzte er als Lager, Wohnräume oder Gefängnis für adlige Reisende, die ihm in die Hände fielen und ihm "Einkommen" in Form von Lösegeldern verschaffte. Seine Glanzzeit war aber 139 v. Chr. vorbei, als Antiochos ihn vernichtend schlug.

Allerdings währte die Ruhe nicht lange, die Piraten formierten sich neu und beherrschten vom Burgberg aus, der damals Korakesium (was soviel wie "Himmelskrähe" heißt) hieß, von neuem das Mittelmeer. Erst im Jahre 70 vor Christus machten die Piraten eine entscheidenden Fehler: Sie entführten Julius Cäsar, der darüber so erzürnt war, dass er seinen Feldherrn Pompejus mit einem starken Heer ausstattete, welches es möglich machte, die Burg zu Wasser und zu Lande anzugreifen. Die Burg wurde bei den Kämpfen stark zerstört, doch die römischen Besatzer erkannten die Bedeutung der Lage schnell und bauten sie wieder auf. Erst im 7. Jahrhundert wurde die Burg wieder bestürmt, diesmal von den Arabern. Die Historiker sind sich aber bis heute nicht einig, ob es ihnen gelang, die Burg einzunehmen oder ob sie an den Mauern scheiterten. 

Im 11. Jahrhundert n. Chr. begann eine neue Glanzzeit der Stadt und der Burg mit der Eroberung durch Alaeddin Keykubat. Dieser wollte für die Seldschuken die Oberhand über das Mittelmeer haben, was aber ohne die Burg bei Alanya nicht möglich war. Zu dieser Zeit war Kir Vart, ein Christ, Kommandant der Burg. 2 Monate lang verteidigte er erfolgreich die Burg gegen die Seldschuken. Um die Eroberung ranken sich wilde Legenden. So soll der Sultan einen Traum gehabt haben, in dem Gott ihm seine Hilfe zugesichert haben soll. Daraufhin ließ er nach der einen Variante 100 Ochsen, 1000 Schafe und Geld unter die Armen verteilen, um diese zur Erstürmung der Burg zu bringen. Nach anderen Berichten soll er besagten Ochsen und Ziegen brennende Fackeln an die Hörner gebunden haben und diese den Burgberg hinauf gejagt haben. Durch diesen Ansturm soll sich der Kommandant so erschrocken haben, dass er aufgab. Nach Vermittlung durch den Statthalter von Antalya, durch den Kir Vart um freies Geleit für sich und seine Leute bat, öffnete er dem Sultan die Tore und ergab sich. Er heiratete die Tochter des Sultans und ließ sich für den Rest seines Lebens in Konya nieder.

In Alanya begann dagegen eine Blütezeit, da Alaeddin Keykubat die Stadt zu seinem Sommersitz und zur Zweiten Hauptstadt (nach Konya) machte. Heute ist von der Burg noch erhalten: die Geschützgießerei bzw. das Zeughaus (Tophane), die Süleymaniye Moschee, den Han (in früherer Zeit = Unterkunft), der heute als Hotel genutzt wird, einen Arasta (Marktbau), die Türbe (Grabbau) von Aksebe, die byzantinische Kapelle, den 1225 errichteten "Roten Turm" (Kizil Kule), die 1227 errichtete Werft (1), die unmittelbar neben dem Roten Turm (2) liegt und die noch bis ins Jahr 1950 genutzt wurde. Ausgrabungen in jüngster Zeit haben im Inneren der Burg sehr wahrscheinlich die Reste des Sultanspalastes aus dem Dunkel der Zeit hervorgeholt.
Diese Werft wurde zwei Jahre nach dem Roten Turm im Jahre 1228 unter Sultan Keykubat errichtet. Mit diesem Bau bezweckte der Sultan eine Abwehr der Gefahr aus dem Osten und machte sich zum  ( Sultan der zwei Meere ).Die Werft ist 56,5 m lang, 44 m tief und  hat 5 gewölbte Docks, von denen jede 7,70 m breit und 42,30 m  tief ist. Mit den 1,70 m dicken Mauern ist die Gesamttiefe 44 m.   Es ist die einzige Schiffswerft, welche die Zeit der Seldschuken bis  hin in unsere Zeit überlebte. Diese Werft ist eine der best erhaltesten  und einzige des Mittelalters.
Nach der Eroberung von Alanya durch Sultan Keykubat im Jahre 1221 befahl dieser, daß ein großes Monument als Symbol der türkischen Seemacht errichtet werden sollte. Noch heute steht der majestätische  Turm unbeschädigt in seiner Urform da. Sein Name rührt von den  unteren rötlichen Steinen und den roten Ziegeln im oberen Bereich her. Die geschlagenen Steine sind vom Osten der Meerenge DIM hierher  geschafft worden. Da der Bauplatz des Roten Turmes ein Gefälle  von ca.2 m hat, mißt der Turm im Osten 35 m und im Westen nur 33 m. Das achteckige Bauwerk hat 5 Stockwerke. Im Inneren des Turms fällt  sofort der Temperaturunterschied auf. Im Hochsommer ist es hier  angenehm kühl, im Winter empfindet man es hier wärmer als draußen. Im Erdgeschoß ist heute das Ethnographische Museum. Die Ausstellungsstücke kann man ringsum in der Zisterne bewundern.   Heute ist er das historische Wahrzeichen von Alanya.

Die heute noch zu sehenden Teile der Burg

Die Anlage als ganzes umfasst alle Merkmale einer antiken Stadt in ihrem Inneren: kleine und große Moscheen, Zisternen, Marktplatz und Bäder sowie Zeugnisse der traditionellen osmanischen Bauweise des 19. Jahrhunderts. Die Burg besteht aus 3 Hauptsektoren unterschiedlichen Baustils. Nach der Wiedererrichtung durch die Seldschuken wurde vom 11- bis zum 19. Jahrhundert an der Burg gebaut. Die Festungsmauer hat eine Länge von 6,5 km, besitzt 140 Wachtürme und umschließt die 3 Festungsteile vom Kizil Kule über die innere Burg, den "Menschenwurf", zur Arap Evliyasi Kirche, passiert das Zeughaus und die Werft, bevor sie wieder zum Roten Turm zurückkehrt.

Ic Kale - Innere Festung
Die Innere Festung liegt auf dem höchsten Punkt des 250 m hohen Burgbergs.
Zugang hatte man durch einen viereckigen Turm im Osten, heute benutzt man einen Durchbruch in der Stadtmauer. Am interessantesten sind die vielen gut erhaltenen Zisternen (es gibt im ganzen Bereich der Burg ungefähr 450), von denen die größte in der Inneren Festung 120.000 Tonnen Wasser fasst und heute noch in Betrieb ist. Zwei davon in der inneren Festung kann man besichtigen. Überall in den Gebäuderesten finden sich mehr oder weniger gut erhaltene Fresken. Bei den schon erwähnten Ausgrabungen kamen Reste von Keramiken aus dem 13. Jahrhundert zutage. Weiter findet man auf der Inneren Burg Reste der Mannschaftsräume, einen Turm mit einem Kuppeldach und Wasserrohren aus gebrannten Ziegeln in Innern (deswegen nennt man diesen Bau "Soguk Su Hamami" - Kaltwasserbad. Allerdings ist nicht klar, für was er wirklich genutzt wurde. Besonders gut erhalten und beidruckend ist die Byzantinische Kapelle, die auf den Überresten einer viel älteren Kirche erbaut wurde. Im Inneren der Kapelle findet man Überreste von Fresken, die wahrscheinlich die vier Evangelisten darstellen sollten. Ein definitives Entstehungsdatum ist nicht bekannt, allerdings nimmt man an, dass Alaeddin Keykubat unverzüglich nach der Eroberung im Jahre 1231 mit dem Bau begann.

Cilvarda Burnu - Kap von Cilvarda
An der Südwestküste des Burgbergs zieht sich eine längliche Felsnase etwa 400 Meter ins Meer. Ein Weg führt in der Inneren Burg von einem am Ende der seldschukischen Stadtmauern gelegenen Turm bis zur Spitze, der nicht ungefährlich und nur mit festem Schuhwerk zu begehen ist.
Auf dem Kap findet man die Überreste eines Klosters sowie weitere Ruinen, von denen einige Archäologen vermuten, dass sich hier die Münzprägerei befand. Im Osten des Klosters findet man noch eine recht gut erhaltene Kapelle und eine Zisterne.

Hier befindet sich außerdem der "Menschenwurf", ein etwa 20 m² großer Platz hoch über dem Meer, der besonders bei Sonnenuntergang ein fantastisches Panorama bietet. Er heißt deswegen so, weil Gefangen hier die fragwürdige Möglichkeit hatten, begnadigt zu werden: trafen sie mit einem kräftigen Steinwurf das Meer, wurden sie begnadigt und in das Heer des Sultans aufgenommen. Trafen sie es nicht, wurden sie selbst ins Meer gestürzt. Heute heißt es, dass es Glück bringt, von dort einen Stein ins Meer zu werfen (was allerdings nicht gerade einfach ist - die meisten kämen heutzutage nicht ins Heer des Sultans...)

Orta Kale - Mittlere Festung

Dieser Teil umfasst Ehmedek, Arap Evliyasi Kirche, die Aksebe Moschee mit Mausoleum, den Marktplatz, das öffentliche Bad und die Herberge. Seit Sommer 2002 kostet dieser Bereich leider extra Eintritt. Für geschichtlich Interessierte oder Fotofans (wunderbare Ausblicke auf den Kleopatrastrand) lohnt es sich aber allemal!
 

Han Bedesten - die Herberge
Die Anlage stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich von reisenden Kaufleuten genutzt. Sie enthält 3 kleine und 3 große Räume und dahinter einen von 20 Säulen abgestützten Raum, der wahrscheinlich als Lager oder Stall genutzt wurde. An den Längsseiten eines rechteckigen Hofes befinden sich je 9 Zellen mit einem Lichtloch in der Decke. Natürlich enthält auch die Herberge eine eigene Zisterne.

Süleymaniye Moschee
Diese Moschee entstand im 14. Jahrhundert auf den Mauern eines seldschukischen Gotteshauses und wird heute noch genutzt, besonders in den Sommermonaten, weil es im Inneren immer kühl ist. Die drei Kuppeln werden von 4 zusammengesetzten Säulen getragen. Um die Kuppeln in en Ecken sind Tongefässe angebracht, die die Akustik verbessern. Die in der Moschee erhaltenen Holzteile sind ein Beispiel für die meisterhafte osmanische Schnitzkunst. Das besondere an dieser Moschee ist die Lage, denn sie ist von Alanya aus immer sichtbar, wenn man auf den Burgberg schauen kann. 

Arasta - der Marktplatz
An der Ostseite der Herberge befinden sich Reste eines Gebäudekomplexes, der wahrscheinlich in früherer Zeit als Marktplatz diente. Die überwölbten Marktstände ziehen sich links und rechts einer kleinen Strasse entlang, in denen wahrscheinlich die in der Herberge logierenden Kaufleute ihre Waren feilboten.

Aksebe Sultan Moschee und Mausoleum
Innerhalb der Mittleren Burg, südwestlich der Herberge, befindet sich diese Moschee. Es ist nicht ganz klar, wer Aksebe Sultan war, aber wahrscheinlich handelt es sich um einen der ersten Kommandanten der Burg unter Sultan Keykubat.  Das Gebäue wurde 1231 erbaut und besteht aus einer quadratischen Moschee und einem rechteckigen Mausoleum mit 2 angrenzenden Abschnitten. Unweit der Moschee befindet sich ein zylindrisches Minarett mit quadratischem Sockel. Als Baumaterial wurde sowohl rohe als auch behauene Steine, Ziegel und weißer Kalk verwendet.

Ehmedek
Dies ist ein gut erhaltener Gebäudekomplex im Norden der Festung, von dem aus man einen Rundblick über das gesamte Gelände hat. Woher der Name kommt, ist wie so vieles im Zusammenhang mit der Burg im Dunkel der Zeit verschwunden, aber man vermutet, dass es sich um den Namen oder einen Beinamen des Baumeisters handelt. Der südliche Abschnitt des zweigeteilten Gebäudes wurde in seldschukischer Zeit auf den Überresten der hellenistischen Stadt Korakesium errichtet. Ein zweiter Schutzwall umschließt die Mauern auf der Ost- und Nordfassade. In der Anlage befinden sich drei riesige Zisternen, die noch heute in Gebrauch sind und damit Zeugnis ablegen von der Baukunst der Seldschuken. Der komplex enthielt unter anderem ein öffentliches Bad und Wohnräume, an deren Wänden Darstellungen von Schiffen aus vorseldschukischer Zeit eingraviert sind.

Die Turmmauern sind aus rohem Stein gebaut und mit Zinnen und Schießscharten versehen, in späterer Zeit wurden diese zugemauert und er Turm aufgestockt. Auf der Nordseite des Hauptturmes kann man einer Inschrift entnehmen, dass der Turm im Jahre 1227 entstanden ist.

Arap Evliasi - "Arabischer Heiliger"
Dieses Gebäude ist eine kleine Kirche. An ihr lassen sich spuren aller Baustile in der Burg feststellen, deswegen gilt sie archäologisch als bedeutsam. Der erste Teil ist der in hellenistischer Zeit errichtete Turm Die byzantinische Kirche wurde auf seinen Überresten errichtet und genoss wie alle christlichen Kirchen den Schutz der Seldschuken. Auch ein christlicher Friedhof soll existiert haben. Später wurde die Kirche als Moschee genutzt und erhielt seinen Namen "Arabischer Heiliger" nach einem heute nicht mehr existierenden Grab. Die Kirche ist der Kapelle im Burginnern in Größe und Aufbau sehr ähnlich, hat aber noch ein Lichtdurchflutetes Obergeschoss, das wahrscheinlich den Priestern vorbehalten war. 

Dis Kale - Äußere Festung
Unter diese Bezeichnung fallen die Festungsmauern mit der Werft und dem Zeughaus.

Tophane - Arsenal/Zeughaus
Dieser Turm diente wahrscheinlich zum Schutz der Werft. Er hat eine Höhe von 19 Metern und eine Grundfläche von 12 x 14 Metern. Erbaut wurde der Turm auf einem 10 Meter über dem Meer liegenden Felsen und besitzt 2 Stockwerke - und natürlich die unvermeidliche Zisterne. Eine Inschrift weist Sultan Keykubat als Erbauer aus. Insbesondere in diesem Bereich finden sich viele Wohnhäuser alter türkischer Bauweise, die meist im 19. Jahrhundert entstanden und durch die baukünstlerische Ausführung von großem historischem Wert sind. Früher war die Festung in viel mehr Wohnbezirke aufgeteilt, von denen heute nur 2 Dichtbevölkerte übrig geblieben sind: Hisariçi und Tophane. In Hisariçi, dem zwischen Ehmedek und der inneren Burg liegenden Bezirk, sieht man kleine Steinhäuser mit abgeteilten Gärten. In Tophane, der sich im Osten der Halbinsel erstreckt, kann man die typischsten Beispiele türkischer Holzarchitektur bewundern. Hier, im Schatten der Festungsmauern, befindet sich die eigentliche "Altstadt" von Alanya.

Wer sich nicht für die Geschichte interessiert, dem sei nach Dunkelwerden ein Trip auf die Burg empfohlen. Entlang der Strasse findet man wunderschöne, kleine Lokale und Bars, teilweise mit türkischer Live-Musik, deren Ausblick schlicht atemberaubend ist: vor sich den Hafen von Alanya und hinter sich die Festungsmauern sitzt man auf in den Fels gehauenen Terrassen und genießt den Ausblick auf die Hellerleuchtete Stadt.
Nicht nur in der Reiseplanung geschichtlich Interessierter sollte die Burg von Alanya auf keinen Fall fehlen. Wer sich das entgehen lässt, kennt Alanya nicht!

Die Burg in Zahlen
Länge der Festungsmauer6500 m mit 140 Türmen
Türme83 + 140 Kuppeln
Zisternen400 - 450 (genaue Zahl nicht bekannt)davon werden heute noch 2 genutzt
Fassungsvermögen der grössten Zisterne120.000 Tonnen Wasser
Alter/Bauzeiterste Erwähnung 2. Jh. vor Christus (errichtet durch Diodoros Tryphton, Pirat). Zerstört 70 vor Christus durch Pompeius, römischer Feldherr)Wiederaufbau im 11. Jh. nach Chr. durch Keykubat. weitere Bautätigkeit bis ins 19. Jh. 
Ältestes erhaltenes BauwerkByzantinische Kapelle, erbaut im 9. Jh. nach Chr.
Teile1. Orta Kale (innere Festung) mit 9 teilweise erhaltenen Bauwerken
2. Ic Kale (innere Burg) mit mindestens 5 teilweise erhaltenen Bauwerken
3. Dis Kale (Äussere Festung) so nennt man die Wälle um die Burg
Höhe des Burgbergsca. 250 m ü. NN
Eintrittspreis (Stand Sommer 2004)5 YTL für Erwachsene
2 YTL für Schüler und Studenten
keine Gruppen oder sonstige Ermässigungen
gilt jeweils für die Innere Burg und den Mittleren Teil
Zugang/Zufahrt Strassen und ein Fussweg:
1. vom Zentrum Richtung Hafen gegenüber der Moschee steil nach oben
2. von der  Damlatas-Strasse an der Höhle (dieser Weg ist empfehlenswerter)

3. Fussweg: oberhalb des Roten Turms beginnt ein recht steiler Fussweg durch den alten Stadtteil Tophane. Dieser Weg schlängelt sich steil an der Meerseite entlang, der anstrengende Aufstieg wird aber durch atemberaubemde Ausblicke entschädigt. Im Hochsommer nur für wirklich konditionell starke Wanderer zu empfehlen!

Öffnungszeit Sommer9.00 - 19.00 Uhr. Winteröffnungszeiten sind noch nicht festgelegt
Verkehrsmittel1. Dolmus ( halbstündlich)
2. Taxi (ca. 5.YTL ein Weg)
3. Zu Fuß (für fitte Leute, ca. 45 Minuten)
4. eigenes Fahrzeug (Parkgebühr!)

Presse über Alanya

Donnerstag, 9. Juni 2005

17:19

Die Türkei boomt

 

Wir holen ein bisschen Urlaub in den Alltag. Dass die Türkei zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehört, ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt dürfte allerdings sein, dass sich auch immer mehr Deutsche in der Türkei niederlassen, um dort ihr Glück zu machen. Diese "Gastarbeiter" im spiegelverkehrten Sinne kommen aus allen Berufschichten. Einige zehntausend Deutsche sind es schon in der Türkei und wahrscheinlich spielt dabei auch die EU-Perspektive eine Rolle. Bevorzugte Wohn- und Arbeitsregion ist natürlich die türkische Riviera. Wenn schon, denn schon.

Andreas F. lebt jetzt schon seit 14 Monaten mit seiner Familie in Alanya. Der selbstständige Bauingenieur bekam in seiner Heimatstadt Chemnitz keine Aufträge mehr. Da er als Selbstständiger kein Arbeitslosengeld zu erwarten hatte und auch irgendwann die Ersparnisse aufgebraucht waren, musste eine Lösung gefunden werden. Eigentlich wollte der 46jährige nach Brasilien auswandern, doch dann stieß der Chemnitzer auf die Türkei. Obwohl die Türkei nicht zur EU gehört, hielt sich der bürokratische Aufwand in Grenzen. Jetzt arbeitet der Chemnitzer in einem deutsch-türkischen Unternehmen. Der Clou: Ganze 170 Euro Steuern zahlt der Bauingenieur pro Jahr an den türkischen Staat. Das ist arbeiten im unbekannten Steuerparadies, lacht er und das leben ist auch nicht teuer. Gerade mal 210 Euro Monatsmiete für eine moderne 100 Quadratmeter-Wohnung, Wo gibt's denn so was? Andreas F., Gastarbeiter in der Türkei: "Es gibt sehr viele große Firmen, die in der Türkei sehr erfolgreich tätig sind. Dazu gehört z.B. MAN, Siemens, die Metro-Gruppe ist aktiv." Während der 13 Jährige Sohn Kevin nebenan Playstation spielt, informiert sich das Ehepaar via Sateliten-TV. Der Kontakt zur Heimat bleibt bestehen, tägliche Telefonate mit den Verwandten und Freunden machen das Leben an der türkischen Riviera leichter: Anette Feige: "Man fängt ja eigentlich noch mal von vorne an. Wir fanden das Land sehr schön, die Leute sind sehr nett und hilfsbereit. Wir waren ganz angenehm berührt und haben gesagt: OK, wir versuchen das einfach und haben das erstmal für ein Jahr gemacht. Und dadurch, dass es in der Schule auch klappt mit dem Sohn, haben wir jetzt für drei Jahre verlängert und haben gesagt, das machen wir. Manche Leute haben gesagt, ihr müsst ja völlig verrückt sein. Aber heute sagen viele, ihr habt's bestimmt gut gemacht. Wenn Ihr damit leben könnt. Jeder muss seinen Weg im Leben finden und wir haben eben unseren hier jetzt gefunden."

Mensch, ärgere Dich nicht! Dieses Brettspiel ist irgendwie zum Leitsatz der Familie geworden. Flexibel bleiben. Wenn Du rausgeworfen wirst aus der Bahn, geht's irgendwie weiter. Gastarbeiter in der Türkei, warum nicht? Für den 13jährigen Sohn Kevin war das nur schwer zu vermitteln: "Es war am Anfang, die ersten fünf Monate schon ziemlich komisch, hat man halt die Freunde sehr arg vermisst und auch die Schule in Deutschland. Das hätte ich nie gedacht, das ich mal die Schule vermiss! Es war halt schon extrem krass!" Dass der Kulturschock nicht allzu groß wird, zumindest kulinarisch - darum bemüht sich die deutsche Wirtin Cornelia aus dem Ruhrgebiet. Seit elf Jahren betreibt die 45Jährige eine deutsche Kneipe in Alanya. Mit den deutschen Dauergästen geht die Rechnung langsam auf: "Von Sauerkraut über Bratwurst, Eisbein und Haxe und alles, was es in Deutschland auch gibt. Schinkenplatte! Wird das angenommen? Sehr gut sogar, wir verkaufen 90 Prozent nur deutsche Küche hier!" Auch wenn Eisbein nicht auf dem Speiseplan des gläubigen Muslimen Hasan Sipahioglu steht, freut sich der Bürgermeister von Alanya doch über jede Maßnahme, die den Deutschen in Alanya das Leben so angenehm wie möglich macht. Was in weiten Teilen der Türkei unmöglich ist, soll hier Realität werden: Hasan Sipahioglu, Bürgermeister: "Wir haben ein sehr schönes Gelände auf dem Berg, auf dem schon einmal eine christliche Kirche stand. Wenn sich eine Kirche aus Deutschland meldet, kann sie hier eine Kirche errichten und eine christliche Gemeinde entstehen lassen, damit die Deutschen ihren Glauben leben können." Noch ist es nicht soweit. Aber vereint im Tod sind die Muslimen und Christen schon auf dem Friedhof von Alanya. Neben denn muslimischen Gräberfeld hat die Stadt einem christlichen Friedhof angelegt. "Nun bist Du frei für immer in Alanya" steht auf den Steinen. Die Gräber sind kostenlos, genügend Platz für weitere christliche Bestattungen ist vorgesehen. Die Türkei boomt. Das sagt auch immer wieder Rene Herboth, wenn er neue Kunden in seiner Immobilienfirma begrüßt. Den Friedhof verschweigt er allerdings in seinen Verkaufsgesprächen. Wer stirbt schon gerne unter Palmen?

Filmautor: Übernahme MDR

 

Die Küste lebt

 

Die Immobilienmärkte der Türkei boomen. An den Topstandorten steigen die Preise und die Anforderungen an die Qualität.

Abdullah Bey aus Alanya hat Großes vor. „Wir wollen kein Make-up, sondern echte Infrastruktur“, sagt er und erzählt von einer ganzen Palette von Maßnahmen im Straßenbau, bei der Kanalisation, in der Stromversorgung – und nicht zuletzt in der Gewerbeaufsicht: Seit dem 1. Januar dieses Jahres darf niemand mehr seine Waren auf der Straße ausbreiten. Wer handeln will, der muss auch einen Laden haben.

Man mag darüber streiten, ob Letzteres nicht über das Ziel hinausschießt, ist doch der bunte Straßenhandel ein Stück des orientalischen Flairs, das man als Tourist von der Türkei erwartet und auch an ihr liebt. Doch in Alanya, wo Abdullah Karao×glu Stadtrat und Vorsitzender des „Komitees für Tourismus“ ist, will man eben sicher gehen, dass das, was die Fremden am Straßenhandel nicht lieben – das Bedrängtwerden durch die Händler nämlich – endlich verschwindet, weil es darüber immer wieder Beschwerden gab. Und deshalb entschloss man sich nicht nur zu diesem Schritt, sondern sogar zur Gründung eines 18-köpfigen „Ausländerbeirats“ aus Deutschen, Holländern, Dänen und Engländern. Zweimal pro Woche hält dieser Beirat nun in einem eigens dafür eröffneten Büro Sprechstunden ab. Und kümmert sich dabei um die Belange von Touristen ebenso wie um die der mittlerweile fast 10.000 ausländischen Immobilienbesitzer.

Keine Frage also: Alanya mit seinen gut 80.000 Einwohnern stellt sich auf das Geschäft mit dem Tapu – das türkische Wort für die Grundbuchurkunde – voll und ganz ein. Und wo vor vier, fünf Jahren noch mangelhafte Bauqualität, meist bei Bestandsobjekten, oft Ärger verursachte, wo zwischendurch auch spektakuläre Firmenpleiten für Schlagzeilen sorgten, dort deutet nun vieles darauf hin, dass man es mit dem Bekenntnis zur Qualität auch wirklich ernst meint. In bautechnischer ebenso wie in rechtlicher Hinsicht: Wer in Alanya als Makler tätig sein will, benötigt seit dem vergangenen Jahr eine nur durch einen zehntägigen Kursus zu erwerbende Lizenz und ein Verkaufsbüro von mindestens 60 Quadratmetern Fläche. Auch wenn die Handy-Maklerei damit noch nicht von der Bildfläche verschwunden ist, so lässt sich zumindest sagen: Wer sich heute noch vom Kellner, Taxifahrer, Restaurantbesitzer, so genannten Freunden oder Teppichhändler ein Immobiliengeschäft aufschwatzen lässt, ist selbst Schuld, wenn er Ärger bekommt.

Im selben Zusammenhang gilt jedoch auch: Die Zeit der Schnäppchen neigt sich an den Topstandorten der Türkei dem Ende zu. Alle hier vorgestellten Orte haben im letzten Jahr Preissteigerungen von 15 bis 20, teilweise sogar von bis zu 50 Prozent erlebt. Zwar liegen die Endpreise der Häuser dank der niedrigen Lohnkosten der Türkei noch immer deutlich unter dem Niveau der Feriengebiete Spaniens, Frankreichs oder Italiens – als Faustregel darf man sagen, dass ein Objekt in vergleichbarer Lage und Qualität in der Türkei (noch) etwa halb so viel kostet wie an der Costa Blanca und circa ein Drittel dessen, was man an der Côte d’Azur oder auf Mallorca dafür berappen müsste. Ebendies aber hat sich mittlerweile weit herumgesprochen: Nach Deutschen und Niederländern „fallen zurzeit“, so Makler in Alanya vor allem Dänen, Norweger, Iren wie die Heuschrecken ein.“ Graben sie damit den Deutschen, die, wie es ein Bauunternehmer formuliert, „zurzeit schlafen“, das Wasser ab? Ein wenig wundern jedenfalls darf man sich schon über die derzeitige Kaufunlust der Deutschen: Vielerorts in der Türkei waren sie es, die den Immobilienmarkt überhaupt erst starteten. Dass ihr Interesse jetzt erlahmt, durch die schlechte Stimmung in Deutschland bedingt, können die Anbieter nicht wirklich verstehen. Gerade jetzt könne man nur gewinnen, wenn man in Immobilien westlicher Bauqualität investiert, wie es sie vor vier oder fünf Jahren in der Türkei noch gar nicht gab.

Oder noch besser: in gute Baugrundstücke – sofern es sie noch gibt. Denn die Flächennutzungspläne der Gemeinden, die von Spanien und anderen Ländern gelernt haben, was eine intakte Umwelt wert ist, sind streng: In Alanya beträgt die behördlich erlaubte Bebauungsdichte in den attraktiven Wohnlagen am Hang (mit Meerblick oder Sicht auf die Vorgelagerte Burg) 20 oder gar nur zehn Prozent für maximal zweigeschossige Häuser. Dass für solche Grundstücke angesichts der derzeitigen Nachfrage die Preise steigen, wenn nicht explodieren müssen, ist klar: Voll erschlossen ist zum Beispiel in Alanya ein Quadratmeter in guter Lage kaum noch für weniger als 120 Euro zu bekommen – das ist doppelt so viel wie nur ein Jahr zuvor!

Und mancher klagt, dass sie jeden Preis zahlen und damit den Markt in ungesunde Goldgräberlaune versetzen – wie auch jene russischen Käufer, die sich außer in Antalya, der größten Stadt an der Südküste, vor allem in Kemer und Belek wohl zu fühlen scheinen. Doch um Vorurteilen einmal entgegenzuwirken: Wohlhabende russische Familien zu Nachbarn zu haben, ist nicht grundsätzlich anders, als neben Holländern, Briten – oder Deutschen – zu wohnen.

Die Käuferkreise sind also bunter geworden, die türkischen Topstandorte internationaler – und die Ansprüche höher. Auch deshalb dürfte die Region in eine sichere Zukunft blicken können. Es wird sich herumsprechen, in nur 3 Flug-Stunden ist man am Flughafen Antalya, der ganzjährig auch von Linienmaschinen aus Deutschand  angeflogen wird. 

So bunt wie diese Nationalitäten ist mittlerweile die Palette der Angebote längs der Küste. Aus Naturstein gemauert, entstehen zum Beispiel am Berg oberhalb Alanyas derzeit Häuser, die auf Mallorca gewiss Millionen wert wären – hier kosten sie weniger als 300.000 Euro.

Als Erster ließ hier ein deutscher Geschäftsmann auf einem Hügel, von dem aus man über Stadt und Bucht hinweg bis zum Hafen blickt, ein Traumhaus mit 300 Quadratmetern Wohnfläche errichten, das ein echtes Referenzobjekt ist . Der Preis, für den der Bauträger es nachbauen kann, liegt bei 400.000 Euro – eine für die Türkei (noch) seltene Dimension.

Was übrigens – und damit eine wichtige Nachricht zum Schluss – in türkischer Währung nur 702.000 Lira ausmacht und nicht, wie noch im letzten Jahr, 702 Milliarden. Sechs Nullen hat man gestrichen, um die „Neue Türkische Lira“ (YTL) einzuführen. Auch daran wird man sich also gewöhnen dürfen: Milliardär ist man in der Türkei nicht mehr so leicht.

Quelle: Dr J. Bohmann für die Bellevue( Europas größter Immobilien Zeitung ) 

 

"Hier bin ich wieder wer"

 

Immer mehr deutsche Rentner verlegen ihren Alterssitz statt nach Mallorca in die Türkei. Die Preise sind viel niedriger, das Wetter ist ebenso gut - und die Einheimischen geben sich respektvoll.

Seinen türkischen Kollegen hatte er nie geglaubt, wenn sie von ihrer Heimat schwärmten. "Türkei? Irgendwo dahinten. Schmutzig. Islam. Hinterm Mond eben." Eine Urlaubsreise aber brachte das Weltbild des Kraftfahrers Günter Wojciechowski aus Bad Oeynhausen ins Wanken: "Entweder einmal und nie wieder - oder einmal und dann immer", sagt der tief gebräunte Mann und streckt sich auf seiner Strandliege aus.

Seit Februar vorigen Jahres lebt Wojciechowski, 55, mit seiner Frau Loni in Alanya, einer 120 000-Einwohner-Stadt an der türkischen Mittelmeerküste. Die Hafenstadt ist mit 1,3 Millionen Buchungen p 110 000 Hotelbetten in der Region neben Antalya das größte Touristenzentrum der Türkei. Und immer mehr Feriengäste entschließen sich wie Wojciechowski zum Dauerurlaub.

Den halben Tag verbringt das Ehepaar mit seiner deutschen Clique am Strand. Abends machen die beiden es sich in ihrer nahe gelegenen 90-Quadratmeter-Wohnung bequem, die sie vor drei Jahren für 54 000 Mark erstanden haben. Sprachprobleme kennt das Paar nicht. "Ich komme glatt mit meinen zehn türkischen Vokabeln durch", sagt er, "viele Türken hier sprechen Deutsch."

"Seit ich in der Türkei lebe, bin ich wieder wer", freut sich Wojciechowski. Eine Osteoporose habe ihn in Deutschland zum Frührentner gemacht, sagt er. Nach wenigen Wochen unter türkischer Sonne konnte er seine Krücken wegstellen.

Deutsche Ruheständler haben die Türkei entdeckt. Das warme Klima und die niedrigen Preise, aber auch die Angst vor der Wirtschaftsflaute in Deutschland, vor weiterem Wertverfall der Aktien sowie Rentenkürzungen treiben mehr und mehr Senioren an die sonnigen Strände des östlichen Mittelmeers.

Seit in den Rentner-Paradiesen auf Mallorca und an der spanischen Küste die Preise heftig steigen und Berichte von deutschen Sozialfällen unter spanischer Sonne die Runde machen, entwickelt sich die türkische Riviera mit ihren rund 3000 Sonnenstunden im Jahr zur Alternative.

Zwischen 12 000 und 20 000 Deutsche - so schätzt die deutsche Botschaft in Ankara - leben inzwischen schon ständig in der Türkei. 5446 verfügen über ein "Ikamet", eine befristete Aufenthaltsgenehmigung, die anderen reisen alle drei Monate aus und wieder ein. Die Zeitung "Hürriyet" schätzte die Zahl der Deutschen kürzlich sogar auf 70 000.

Auch bescheidene deutsche Renten ermöglichen bei den niedrigen Preisen für Immobilien, Lebensmittel, Wasser und Strom ein angenehmes Leben. Die Neu-Türken behalten fast immer ihre deutsche Krankenversicherung. Im Grundbuchamt von Alanya haben inzwischen mehr als 10000 Deutsche eine Immobilie eintragen lassen.

Das Geschäft läuft auf Hochtouren.

"Die Deutschen werden in Scharen kommen, wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, dass der Türke in der Türkei ganz anders ist als der Türke, den der Deutsche vor seiner Haustür sieht." Schließlich sehe man in Alanya beispielsweise weniger Kopftücher als in Frankfurt am Main.

Die Einwanderer pflegen ihre Lebensart im deutschen Club "Die Brücke" mit Festen, Ausflügen und Skatrunden. Zudem gibt es einen Ortsverband des "Hür Türk", des Freiheitlich Türkisch-Deutschen Freundschaftsvereins, der - gegründet von türkischen Geschäftsleuten - deutschen Mitgliedern bei Problemen und Behördengängen hilft.

"Wir wollen die Deutschen integrieren, damit sie sich bei uns wohl fühlen", sagt Hasan Sipahioglu, seit vier Jahren Bürgermeister in Alanya. Der studierte Anwalt und Eigentümer eines Hotels tut alles, damit es den Rentnern aus dem Norden in seiner Stadt gefällt und sie ihr Geld dort lassen.

Weil die Deutschen etwa als tierlieb gelten, werden streunende Hunde nicht mehr wie früher von der Stadt vergiftet, sondern in einem Tierheim aufgepäppelt und wenn möglich an deutsche Senioren vermittelt. Eine städtische Verordnung verbietet Händlern und Gastronomen, Passanten anzusprechen, um sie in ihre Läden oder Lokale zu locken. Selbst in der Markthalle herrscht unorientalische Zurückhaltung.

In der Fleischzeile grüßen auf einer Malerei über einem Stand zwei rosige Ferkel mit erhobenem Daumen; Metzger Halil Dakmaz verkauft eingeschweißte Mett- und Leberwürste aus einer Istanbuler Fabrik und Wildschweinfleisch. Der Muslim: "Ich würde das nie essen, aber ich fasse es an. Für meine Kunden tue ich alles."

In vielen Supermärkten wird "alman ekmek" (Schwarzbrot) angeboten. In "Willis Kneipe" in der Damlatas-Straße direkt am Meer gibt es Mettwurst und Sauerkraut, Leipziger Allerlei und Zwetschgenkuchen. Den Dauergästen bietet die deutsche Wirtin Weihnachts- und Silvesteressen, Katerfrühstück, Karnevalsfeiern, Tanz in den Mai und Preisskat an.

"Der Einfluss der Deutschen in Alanya ist viel größer als ihre Zahl", sagt der Journalist Ahmet Algül: "Die Straßen und Parks werden immer gepflegter, man hält seine Verabredungen ein, die Türken fangen an, Filterkaffee zu trinken, und trauen sich ja kaum noch, einen Hund zu verjagen." Algül, 42, kennt seine Deutschen. 32 Jahre in Deutschland haben ihn zum "Almanci", zum Deutsch-Türken, gemacht.

Als Chefredakteur des deutschsprachigen "Alanya Boten" wirbt er nun unermüdlich für die deutsch-türkische Freundschaft. Das Blatt, das alle zwei Wochen mit einer Auflage von 20 000 Stück erscheint, druckt lokale Nachrichten, Party-Geplauder, türkische Redewendungen, Kochrezepte, Gesundheitstipps und Kontaktanzeigen. Und gerade hat Algül auch den "Kummerkasten" wieder eingeführt.

"Denn das Leben in der Sonne hat natürlich auch Schattenseiten", sagt Mitarbeiter Manfred Rother, 48, der sich selbst als "klassischen Aussteiger" bezeichnet: "Deutschland war mir einfach zu hektisch." Jetzt übt er sich in Zeitungskolumnen etwa über die Vereinsamung deutscher Dauerurlauber vor dem Fernseher oder dem Computer.

"Ich gehöre nicht zu den Deutschen, die klatschen und tratschen, ständig klagen und sich die Hucke voll laufen lassen", sagt die ehemalige Chefsekretärin Monika Matthews, 62. Vor einem Jahr dachte die weltgewandte Frau, die vier Jahre in Afrika als Entwicklungshelferin gearbeitet hat, ernsthaft daran, ihr gemietetes Haus in Ciftlik bei Fethiye aufzugeben. Damals war ihr Mann an Krebs gestorben. Im Kühlhaus eines Beerdigungsinstituts in Antalya wurden dem Toten persönliche Dinge wie die Armbanduhr gestohlen.

"Ich haderte mit der gesamten Türkei", erzählt Matthews. Aber dann ist sie doch zurückgekehrt in ihr Haus am Meer, das sie sich in Deutschland niemals leisten könnte. Nur wenn sie das Grab ihres Mannes besuchen will, muss sie nach Berlin fliegen.

Doch immer mehr Pensionäre wollen auch in der neuen Heimat beerdigt werden; neben dem muslimischen Gräberfeld hat die Stadt deshalb einen christlichen Friedhof angelegt. "In Liebe zu Alanya" oder "Nun bist Du frei für immer in Alanya" steht auf den Steinen, die Gräber sind kostenlos. 50 Christen wurden hier in den vergangenen Jahren bereits beerdigt, im Frühjahr sprach bei der Bestattung eines Deutschen auf Wunsch der Familie sogar der Mufti Muhammed Gevher ein islamisches Totengebet.

Der Gottesmann residiert in einem dunkel getäfelten Büro neben der neu erbauten Moschee. "Die Toleranz in der Türkei ist groß", beteuert er, ,,warum sollte ich nicht am Grabe eines Christen beten? Die Deutschen sind hier wie in Deutschland unsere Nachbarn, und vor Gott sind alle Menschen gleich." Erst vor wenigen Tagen habe er einen deutschen Pfarrer empfangen, der hier bald mit seiner Arbeit beginnen werde.

Wegen der wachsenden Zahl von Christen plant sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche inzwischen, Seelsorger an die türkische Riviera zu schicken. Im Auftrag der evangelischen Kirche hat der pensionierte Pfarrer Volkmar Metzner, 62, aus Hanau zwei Monate lang die Toleranz der Türken getestet.

Er sprach mit Touristen und Dauergästen, kümmerte sich um deutsche Frauen, die mit Türken verheiratet sind, und eröffnete "eine Art Kirchen-Café" tagsüber in einer Disco am Strand. "Es ist ein Bedarf da", sagt er, an der Küste könne bald schon "eine deutsche Gemeinde entstehen". Deshalb hat er beim türkischen Generalkonsulat in Frankfurt eine Arbeitsgenehmigung beantragt.

Sogar eine örtliche Kirche könnte es demnächst geben - Bürgermeister Sipahioglu hat kürzlich schon eine passende Immobilie ausgemacht. Sie thront auf dem Berg über der Stadt: In der alten Festungsanlage wird ab November eine byzantinische Kapelle aus dem elften Jahrhundert restauriert.

ALMUT HIELSCHER ( Stern Okt.2003 )

Nachfragen nach Ferien-Immobilien in der Türkei steigt.

Der Trend zur Ferien- und Freizeitimmobilie im Ausland nimmt stetig zu. Träume verwirklichen, hohe Lebensqualität in gesundem Klima genießen, der Wunsch nach niveauvoller Freizeitgestaltung – alles dies sind für immer mehr Deutsche gute Gründe, in eine Auslandsimmobilie zu investieren. Vor allem Spaniens Küsten und Inseln gelten dafür seit Jahren als bevorzugte Region. Neuerdings beobachten Experten indes eine spürbar zunehmende Nachfrage nach Villen und Ferienhäusern in der Türkei. Insbesondere die malerische Mittelmeerregion der Türkischen Riviera wurde schon vor Jahren von einigen Pionieren als Freizeitwohnsitz entdeckt und erfreut sich heute wachender Beliebtheit. So hat beispielsweise das 130 000 Einwohner zählende Alanya, rund 120 Kilometer süd-östlich von Antalya gelegen, bereits über 6 200 auf deutsche Eigentümer lautende Grundbucheinträge zu verzeichnen – mit steigender Tendenz. Insgesamt haben hier inzwischen mehr als 15 000 Deutsche einen Wohnsitz angemeldet.

Dieser Trend wird nicht zuletzt durch absehbar hohe Immobilienrenditen genährt. Derzeit rechnen Experten dort mit einer jährlichen Wertsteigerung von etwa 15 Prozent. Aber Alanya empfiehlt sich auch aus anderen Gründen. Der Ort legt ein gesundes Wirtschaftswachstum an den Tag und liegt an einer traumhaft schönen Bucht – mit 25,6 Kilometer länger als die Copacabana.

Die Preise sind nach Auskunft der Deutschen Schutzvereinigung für Auslandsimmobilien vergleichsweise günstig. So stehen an der türkischen Riviera beispielsweise 120 m² große Villen und Wohnungen für 40 000 bis 100 000 EURO zum Verkauf. In sehr guten Lagen muss mit entsprechenden Aufschlägen gerechnet werden. Für die Türkei sprächen außerdem die EU- Anwärterschaft sowie wieder steigende Urlauberzahlen.

Quelle: F.Allgemeine 

 

Warum gerade Türkei Peter?

 

Das werde ich in der Tat oft gefragt? Es gibt doch so viele Länder wo man sich – und gerade jetzt – wohl und sicher fühlen kann? Klar, sage ich, aber ich fühle mich in dem Land, das auch so viel Schönes und Vielfältiges zu bieten hat und mir seine Gastfreundschaft entgegenbringt, sehr wohl. Natürlich erlebe ich als „Gast“ die Sonntage, aber das Land hat genau wie hier in Deutschland und anderen Ländern seine Werktage. Dieses mit allen Höhen und Tiefen, aber auch mit seinen Ängsten. Doch gerade jetzt, gerade jetzt sollte man darauf achten, dass sich keine engstirnigen Clubs der Religionen durch beeinflusste Meinungsbildung herauskristallisieren. Wo sind denn die Millionen von Touristen die ihren Urlaub in den vergangenen Jahren in der Türkei verbrachten. Haben sie sich nicht auch WOHL und SICHER gefühlt? Und warum haben zigtausende Deutsche, aber nicht nur Deutsche, eine Wohnung in der Türkei? Viele haben sogar ein neues Zuhause in der Türkei gefunden? So ist es auch in umgekehrter Hinsicht. Türken haben sich hier in Deutschland eine neue Heimat gefunden… mit allen Rechten und Pflichten. Ich, Peter Sebastian, habe seit fasst zwei Jahren eine Wohnung in Alanya und bin der erste Schlagersänger, der sich zugetraut hat, mit türkischen Instrumentierungen und guten Texten CDs auf den Markt zu bringen. „Mich Interessiert…“ war die erste CD und die zweite mit dem Namen „Konsequent“, erscheint im Mai. Auf diesem Album singe ich sogar mit dem in Köln lebenden türkischen Sänger, Jenque Basoglu, zwei Lieder: „Arkadas“ und „Üsküdar“. Die Arrangements hat Christoph Leis-Bendorff gezaubert der noch niemals in der Türkei war. Jetzt werden einige sagen; „Aha… voreingenommen und dadurch „Pro-Türkisch“ eingestellt?!“ Nö, Nö, Nö… blauäugig bin ich nicht. Dass es Menschen gibt, die einem Land Schaden zufügen, da schließe ich alle ein – ob Migrant, Gast oder Bürger dieses Landes. Die gibt es doch überall und unverständlicherweise, reichlich. Aber der Großteil der jeweiligen Bevölkerung hat es aus demokratischer Sicht nicht verdient, in die Schublade „Bloss-Nicht-Ernsthaft-Mal-Darüber-Nachdenken“, abgelegt zu werden. Wenn man ernsthaft über Kulturen der Völkergemeinschaft nachdenkt, sollte das nicht am „Biertisch“ der kulturellen Arroganz geschehen! Ich bin auch nicht der Messias, der politische Denkmuster hier angehen möchte, ich versuche mit MEINEN Mitteln und mit MEINER Art, Wissenslücken zu schließen. Denn wenn mir eine politische Handlung nicht gefällt, dann äußere ich mich, aber mit meinen mir zustehenden und demokratischen Mitteln. Dieses bedeutet… sich zu informieren und vor dem Sprechen, Gehirn einschalten. Hersey Tamam sagt Peter Sebastian.

Quelle:Alanya Zeitung 

 

Türkei: Tipps zum Immobilienkauf

 

Wer die Regeln kennt und seine Vorurteile vergisst, findet in Alanya hochwertige Immobilien zu verlockenden Preisen

Türkeireisen sind derzeit günstig wie nie. Wer das Land noch nicht kennt, könnte die Gelegenheit nutzen, seine (Vor-) Urteile über die Bosporus-Nation nun an der Realität zu überprüfen. Und wer sich dabei, wie Tausende Deutscher, Engländer, Holländer und Skandinavier vor ihm, in Land und Leute so weit verliebt, dass er den Gedanken nicht mehr verwirft, sich hier ein Haus zu kaufen, wird erleben: Der Tisch ist reich gedeckt. Das Angebot an Ferienimmobilien und Altersresidenzen in der Türkei ist vielfältig und von guter bis sehr guter Qualität – bei bestechenden Preisen. Und der Erwerb birgt, sofern man sich an die Spielregeln hält, nicht mehr Risiken als anderswo: Vor Basarmentalität braucht man sich bei den seriösen Anbietern nicht zu fürchten.

Eine frei stehende Villa mit drei Schlafzimmern und zwei Badezimmern (120 m2 Wohnfläche, 600 m2 Grundstück sowie 62 m2 Terrassen und Balkone) gibt es ab 100.000 Euro. Keine Kunst in einem Land, in dem ein Maurer keine 500 Euro im Monat verdient? „Wir werden immer wieder nach dem 20.000-Euro-Haus gefragt. Das gibt es, aber in schlechter Lage und ruinösem Zustand. Und so klein, dass auch ein Türke nicht darin wohnen will.“ Für uns liegt die Untergrenze bei 50.000 Euro: „Das sind aber Altbauten, die aufwendig umgebaut werden müssen. Ein ordentlicher Neubau ist unter 100.000 Euro kaum möglich, wenn Lage und Bauqualität stimmen sollen.“ Dass beides bei seinen Anlagen zutrifft, belegt auch die auffällig hohe Zahl an Spanien-Flüchtlingen unter seinen Kunden. Sie verkauften ihr Haus an Costa Blanca oder Costa Brava und erwarben für die Hälfte dessen, was sie in Spanien ausgegeben hätten, in der Türkei ein neues.

Und ein einstimmiges Lob der großen Gastfreundschaft der Türken, der geringen Kriminalitätsrate und der niedrigen Lebenshaltungskosten: „Der Gärtner arbeitet hier für 15 Euro am Tag, und alle Möbel, die Sie hier sehen, hat unser türkischer Schreiner nach unseren Wünschen perfekt hergestellt, zu Spottpreisen“, strahlt ein Hamburger Kaufmann, der mit seiner Familie in einer Traumvilla mit Pool und tropischem Garenden Sommer verbringt. „Unsere Kunden suchen vor allem Ruhe. Einige von ihnen sind ganz ausgewandert, die anderen Vorruheständler. Die brauchen kein Halligalli.“

Die wichtigsten Tipps zum Hauskauf

Wichtigstes Dokument ist der Eintrag ins Grundbuch der Gemeinde, das Tapu. Deshalb nie kaufen, wenn nicht durch ein lupenreines Tapu (Vorsicht vor Fälschungen!) nachgewiesen ist, dass der Verkäufer alle Eigentumsrechte besitzt.

Alle Papiere in türkischer Sprache müssen von vereidigten Dolmetschern übersetzt und beglaubigt werden.

Der Tapu-Eintrag erfolgt im Grundbuchamt in Anwesenheit des Beamten und des vereidigten Dolmetschers. Nur was hier unterschrieben wird, ist gültig.

Vorsicht vor vorschnellen Anzahlungen! Seriöse Firmen drängen weder zur Eile beim Kaufentschluss noch zu Anzahlungen, die nicht durch sichtbare Gegenleistungen legitimiert sind. Üblich sind Staffelverträge, die Abschläge bei Vertragsabschluss (10 - 20 Prozent!), Tapu-Erteilung, Rohbauabschluss und Schlüsselübergabe vorsehen.

 

Quelle: Dr J. Bohmann für die Bellevue( Europas grösster Immobilien Zeitung )